Wie bereits kommuniziert war von der anfänglichen Euphorie zur Teilnahme an der Säntis Classic nicht mehr viel übriggeblieben. Von dieser Situation liessen sich Thom, Urs und ich nicht beirren. Um 5.00 Uhr morgens machten wir uns gut gelaunt auf den Weg in die Ostschweiz. Im Village angekommen wurden wir mit allen Utensilien und dem Startpaket ausgerüstet. Meinem Wunsch nach keinen blöden Bemerkungen zur grünen Badekappe (sprich Helmüberzug zur Kennzeichnung der Gruppenleiter) konnten die beiden sehr sehr knapp folgen…danke! Der Start verlief turbulent. Die Hobby und Plauschteilnehmenden warteten beim Startkommando keine unnötige Sekunde ab und schwupps war eine Gruppe von ca 60 Teilnehmenden mit zwei Leitern weg. Die übrigen 6 Leiter starteten somit mit rund 20 Teilnehmenden – das gibt eine ruhige Fahrt – dachte ich…. Bei Kilometer 10 wurde Thom von einer Teilnehmerin regelrecht ausgehebelt und knirsch, knursch, peng lagen 2 Fahrer am Boden.

2? Richtig 2, denn Urs war solidarisch und knallte zusammen mit Thom auf den Asphalt. Zum Glück passierte beiden nichts. Auf tollen Neben- und Hauptstrassen fuhren wir Richtung Säntis, top abgesichert und trocken. Dann der Aufstieg zur Schwägalp – der Beginn steil und von einem Gewitter auch schon nass. Thom wie eine Berggeiss vorne weg und Urs traute seinen Augen kaum, als er nach einem Kilometer (von ca 12!) die ersten Fahrer marschieren sah! Schön runterschalten und raufkurbeln – so kamen wir alle gut die Steigung (11 – 14%) hinauf. Auf dem Pass folgte zuerst die Freude über die Leistung, dann die Verpflegung und dann, ja dann die Gewitter. Die Fronten waren also nicht von schlechten Eltern! Es goss und goss und goss aus Kübeln. Die harte Thunerfraktion kannte zusammen mit Mara (einer 16-jährigen Nachwuchsfahrerin aus Giverola) keine Schmerzen und stürzte sich in die Abfahrt. Ok, man könnte sich stürzen, aber nicht wenn sich die Strassen in Bäche verwandelt haben. Zum Glück war es nur saumässig nass aber nicht sonderlich kalt. Mit höchster Konzentration gelang die Abfahrt und wir wurden auch auf extrem rutschigen Bahnübergängen (knapp – gell Urs?) nicht abgeworfen. Nach Herisau fuhren wir dann bei zunehmendem Sonnenschein und trockenen Strassen mit teilweise über 40 km/h dem Ziel entgegen. In unsere Gruppe wäre 19 – 22 km/h angesagt gewesen, in der nächsthöheren 21 – 24. Wir erreichten 24.5! Super geile Gruppe. Der sackstarke Sonntag wurde mit einem Teller Pasta und einer feinen Glace vom Hof gefeiert. Übrigens müssen wir dafür sorgen, dass Thom und Urs nicht in die Ostschweiz zügeln, denn die beiden haben x-fach Freundschaften geschlossen. Sie haben sich sehr laut bei praktisch jedem Streckenposten für die Superarbeit bedankt – Merci, Danke, Merci, Danke ;-) Wir sind uns einig – die Säntis Classic ist ein Superevent in einer extrem schönen Umgebung. Wir werden ganz sicher und vermutlich schon nächstes Jahr wieder am Start stehen (…Hochzeitstag einzelner Teilnehmer hin oder her…). Urs hat sich im übrigen beim OK-Präsidenten erkundigt, wie er am Montag das Startgeld für die Ausgabe 2017 schon mal überweisen könne! (Roger Jenni)